Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (F10–F19)
Die psychischen und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen umfassen eine ganze Reihe von Auffälligkeiten, die im Zusammenhang mit dem Konsum von Alkohol, Medikamenten oder anderen psychoaktiven Stoffen entstehen. Sie betreffen sowohl das Verhalten als auch das Erleben und können sich durch Veränderungen der Stimmung, des Denkens, der Wahrnehmung oder der Impulskontrolle äußern. Häufig zeigen sich diese Störungen in Form von Kontrollverlust, gesteigertem Konsum, Entzugserscheinungen oder sozialen und gesundheitlichen Folgen. Im ICD-10 werden sie unter den Codes F10 bis F19 zusammengefasst.
Die Entstehung ist meistens nicht eindimensional. Neben der Wirkung der jeweiligen Substanz spielen individuelle Faktoren wie genetische Veranlagung, psychische Belastungen oder Einflüsse aus dem Umfeld eine Rolle. Die Lebensumstände und Verfügbarkeit der Substanzen können den Verlauf beeinflussen. Nicht jeder Konsum führt zwangsläufig zu einer Störung, doch ein riskanter oder langfristiger Gebrauch kann das Risiko deutlich erhöhen.
Die Behandlung ist von der Art der Substanz abhängig, vom Ausmaß der Problematik und von der individuellen Situation. Häufig kommen kombinierte Ansätze zum Einsatz, etwa Entzugsbehandlungen, psychotherapeutische Verfahren, medizinische Begleitung und soziale Unterstützung. Ziel muss es sein, den Konsum zu beenden oder zumindest zu reduzieren, Rückfälle zu vermeiden und die körperliche sowie psychische Stabilität zu verbessern.