F14 im ICD-10: Psychische und Verhaltensstörungen durch Kokain

Kokain gehört zu den stark stimulierenden Substanzen und wirkt vor allem auf das zentrale Nervensystem. Der Konsum kann kurzfristig zu Euphorie, gesteigertem Selbstvertrauen, gefühlter Kreativität, erhöhter Wachheit und einem verminderten Müdigkeitsgefühl führen. Kokain findet auch Verwendung als Selbstmedikation bestehende andere Grunderkrankungen, wie Angst, Trauma oder Depression. Jedoch besteht ein erhebliches Risiko für körperliche und psychische Folgen sowie für die Entwicklung einer Sucht. Entsprechende Erkrankungen und Störungen werden unter „F14“ in der ICD-10-Klassifizierung zusammengefasst. Die offizielle Bezeichnung lautet „Psychische und Verhaltensstörungen durch Kokain“, was häufig eine Abhängigkeit impliziert.

F14 im ICD-10-Code umfasst aber auch alle anderen Zustände, die durch den Konsum entstehen können. Dazu zählen beispielsweise eine akute Intoxikation, schädlicher Gebrauch, Entzugserscheinungen und kokainbedingte psychotische Störungen.

Wie wirkt Kokain? Abhängigkeit für Psyche und Körper?

Kokain greift in die Signalübertragung des Gehirns ein und führt unter anderem dazu, dass die Wirkung des Botenstoffs Dopamin verstärkt beziehungsweise verlängert wird. Die psychische Wirkung setzt je nach Konsumform sehr schnell ein, hält jedoch vergleichsweise kurz an. Auf die zunächst als angenehm empfundene Phase können Unruhe, Gereiztheit, Ängstlichkeit oder eine gedrückte Stimmung folgen.

Gerade der Wechsel zwischen intensiver Wirkung und anschließendem Abfall kann den Wunsch fördern, erneut Kokain zu konsumieren und zur Abhängigkeit führen. Bei häufigem oder hoch dosiertem Gebrauch kann sich das Konsumverhalten zunehmend verselbstständigen.

Wann spricht man bei der F14-Diagnose von einer Kokainabhängigkeit?

Bezüglich des Kokains wird eine Abhängigkeit unter F14.2 im ICD-10 als sogenanntes Abhängigkeitssyndrom erfasst. Typisch für ein substanzbezogenes Abhängigkeitssyndrom sind unter anderem ein starker Wunsch nach der Substanz, Schwierigkeiten bei der Kontrolle des Konsums und die fortgesetzte Einnahme trotz schädlicher Folgen. Der Substanzgebrauch kann zunehmend Vorrang gegenüber anderen Lebensbereichen erhalten.

Eine F14-Diagnose bedeutet allerdings nicht automatisch, dass bereits eine Abhängigkeit vorliegt. F14.1 bezeichnet beispielsweise einen Missbrauch, bei dem der Kokainkonsum bereits zu einer körperlichen oder psychischen Gesundheitsschädigung geführt hat. Erst die zusätzliche Ziffer hinter F14 beschreibt genauer, welches klinische Erscheinungsbild vorliegt.

Beschwerden und psychische Folgen des Kokainkonsums

Kokain kann bei Abhängigkeit und regelmäßigem Konsum über lange Zeit hinweg lebensgefährliche Auswirkungen auf die Blutgefäße, das Herz-Kreislauf-System und das Nervensystem haben. Hirnschädigungen, Bluthochdruck und letztlich körperlicher Verfall stehen bei einer F14.2-Diagnose des ICD-10-Codes im Raum. Mögliche Beschwerden und Folgen sind auch:

  • gedrückte Stimmung, Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Schlafprobleme und lebhafte, unangenehme Träume
  • gesteigerter Appetit
  • psychomotorische Verlangsamung oder Unruhe
  • starkes Verlangen nach erneutem Kokainkonsum
  • Angstzustände und depressive Symptome
  • Halluzinationen, Wahrnehmungsstörungen sowie paranoide oder wahnhafte Gedanken

Psychotische Störungen infolge des Kokainkonsums werden unter F14.5 im ICD-10 erfasst. Besonders depressive oder psychotische Beschwerden sollten fachärztlich beurteilt werden.

Behandlung bei Kokainabhängigkeit und anderen F14-Störungen

Die Behandlung richtet sich nach dem individuellen Krankheitsbild. Zu Beginn steht eine ausführliche medizinische und psychiatrische Diagnostik. Dabei wird geklärt, welche Rolle Kokain im Alltag einnimmt, welche gesundheitlichen Folgen bereits entstanden sind und ob weitere behandlungsbedürftige psychische Erkrankungen vorliegen.

Wenn das Kokain bereits eine Abhängigkeit erzeugt hat, geht es langfristig nicht allein darum, den Konsum zu beenden, sondern auch darum zu verstehen, welche Situationen, Gefühle oder Verhaltensmuster den Konsum begünstigen. Psychotherapeutische Verfahren können dabei helfen, Auslöser zu erkennen, alternative Bewältigungsstrategien aufzubauen und Rückfällen vorzubeugen.

Nach einer F14-Diagnose kann die Behandlung in der My Way® Psychiatrischen Klinik auf die persönliche Situation und mögliche psychiatrische Begleiterkrankungen abgestimmt werden. Gerade bei einer Kokainabhängigkeit ist eine umfassende therapeutische Begleitung sinnvoll, um sowohl das Suchtverhalten als auch die dahinterliegenden psychischen Belastungen einzubeziehen.

Die Unterteilungen von F14 im ICD-10-GM

Die aktuelle ICD-10-GM 2026 unterscheidet folgende Unterkategorien:

  • F14.0 Psychischen und Verhaltensstörungen durch Kokain, akute Intoxikation (Rausch)
  • F14.1 Psychischen und Verhaltensstörungen durch Kokain, schädlicher Gebrauch (Missbrauch)
  • F14.2 Psychischen und Verhaltensstörungen durch Kokain, Symptome der Abhängigkeit
  • F14.3 Psychischen und Verhaltensstörungen durch Kokain, Entzugssyndrom
  • F14.4 Psychischen und Verhaltensstörungen durch Kokain, Entzugssyndrom mit Delir
  • F14.5 Psychischen und Verhaltensstörungen durch Kokain, psychotische Störung
  • F14.6 Psychischen und Verhaltensstörungen durch Kokain, amnestisches Syndrom
  • F14.7 Psychischen und Verhaltensstörungen durch Kokain, Restzustand und verzögert auftretende psychotische Störung
  • F14.8 Psychischen und Verhaltensstörungen durch Kokain, sonstige psychische und Verhaltensstörungen
  • F14.9 Psychischen und Verhaltensstörungen durch Kokain, nicht näher bezeichnete psychische und Verhaltensstörung