F16 im ICD-10: Psychische und Verhaltensstörungen durch Halluzinogene

Halluzinogene verändern die Wahrnehmung, das Denken und das Erleben teilweise erheblich. Farben, Formen, Geräusche oder das eigene Körpergefühl können anders wahrgenommen werden, als es der Realität entspricht. Zu den bekanntesten halluzinogenen Substanzen gehört LSD. Auch bestimmte Pilze und Pflanzen enthalten Stoffe mit halluzinogener Wirkung. Treten durch ihren Konsum psychische oder körperliche Beeinträchtigungen auf, können diese unter dem Code F16 in der ICD-10-Klassifizierung erfasst werden.

Dabei bezeichnet die F16-Diagnose nicht nur einen akuten Rauschzustand. Die Klassifikation berücksichtigt unterschiedliche Folgen des Konsums, vom schädlichen Gebrauch über psychotische Störungen bis zu länger anhaltenden oder verzögert auftretenden Beschwerden.

Wie wirken Halluzinogene? Welche Risiken gibt es?

Halluzinogene können hohe Risiken bergen, weil sie tief in die Verarbeitung von Sinneseindrücken eingreifen. Unter ihrem Einfluss können sich Sehen, Hören, Denken, Gefühle bis hin zur Wahrnehmung des eigenen Körpers verändern. Eindrücke können intensiver oder verzerrt erscheinen, teilweise können Dinge wahrgenommen werden, die nicht wirklich vorhanden sind. Extremhandlungen mit Eigen- oder Fremdgefährdung sind möglich.

Wie ein Rausch erlebt wird, lässt sich nicht vorhersagen. Neben als angenehm empfundenen Wahrnehmungsveränderungen können starke Angst, Unruhe und ein beeinträchtigter Realitätsbezug auftreten. Gerade diese Unberechenbarkeit gehört bei Halluzinogenen zu den Risiken. In einem akuten Rausch können außerdem körperliche Reaktionen wie Herzrasen und Zittern hinzukommen.

Gerade LSD-Nebenwirkungen können psychisch stark belasten

LSD gehört zu den Substanzen, die unter F16 des ICD-10-Codes relevant sein können. Zu den möglichen LSD-Nebenwirkungen zählen intensive Wahrnehmungsveränderungen, Halluzinationen und starke Angstzustände. Problematisch kann insbesondere sein, dass Betroffene während des Rausches Situationen und Gefahren nicht mehr zuverlässig einschätzen können.

Die Folgen müssen zudem nicht immer mit dem Ende des akuten Rausches verschwinden. Die ICD-10-Klassifizierung berücksichtigt ausdrücklich Restzustände und verzögert auftretende psychotische Störungen nach dem Gebrauch von Halluzinogenen. Zu den Risiken gehören auch Nachhallzustände, sogenannte Flashbacks, und posthalluzinogene Wahrnehmungsstörungen.

Welche psychischen Folgen können Halluzinogene haben?

Die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen reichen von vorübergehenden Beschwerden, bis zu schwerwiegenden, psychischen Störungen. Diese können sich wie folgt äußern:

  • Halluzinationen
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Schwierigkeiten bei der Einschätzung der Realität
  • Wahnideen
  • psychomotorische Veränderungen
  • auffällige emotionale Zustände

Nicht jede ungewöhnliche Wahrnehmung während eines Rausches bedeutet allerdings automatisch, dass eine psychotische Störung vorliegt, die durch die Halluzinogene verursachte Risiken birgt.

Diagnose und Behandlung bei einer F16-Störung aus dem ICD-10

Für die F16-Diagnose ist zunächst wichtig zu klären, welche Substanz konsumiert wurde und welche Beschwerden damit verbunden sind. Nach den Vorgaben der ICD-10 können dabei unter anderem Angaben des Patienten, Blut- oder andere Körperflüssigkeitsanalysen, körperliche und psychische Symptome sowie Verhaltensauffälligkeiten berücksichtigt werden. Die Behandlung richtet sich nach Art und Schwere der Beschwerden.

In der My Way® Klinik können psychische Beschwerden im Zusammenhang mit dem Konsum psychoaktiver Substanzen individuell behandelt werden, um nicht nur die aktuellen Symptome zu betrachten, sondern auch mögliche Auslöser und begleitende psychische Belastungen in die Therapie einzubeziehen.

Die Unterteilungen von F16 im ICD-10

Der ICD-10-Code F16 wird entsprechend dem klinischen Erscheinungsbild weiter untergliedert. Hier sind folgende Unterkategorien aufgeführt.

  • F16.0 Psychische und Verhaltensstörungen durch Halluzinogene, akute Intoxikation beziehungsweise akuter Rausch
  • F16.1 Psychische und Verhaltensstörungen durch Halluzinogene, schädlicher Gebrauch
  • F16.2 Psychische und Verhaltensstörungen durch Halluzinogene, Abhängigkeitssyndrom
  • F16.3 Psychische und Verhaltensstörungen durch Halluzinogene, Entzugssyndrom ohne Delir
  • F16.4 Psychische und Verhaltensstörungen durch Halluzinogene, Entzugssyndrom mit Delir
  • F16.5 Psychische und Verhaltensstörungen durch Halluzinogene, psychotische Störung
  • F16.6 Psychische und Verhaltensstörungen durch Halluzinogene, amnestisches Syndrom
  • F16.7 Psychische und Verhaltensstörungen durch Halluzinogene, Restzustand und verzögert auftretende psychotische Störung
  • F16.8 Sonstige psychische und Verhaltensstörungen durch Halluzinogene
  • F16.9 Nicht näher bezeichnete psychische und Verhaltensstörung durch Halluzinogene