von Melissa Celmeur

Psychotherapie: Behandlungsansätze der Psychiatrie und Psychosomatik im Überblick

Illustration mit schwebenden Pflastern, einer weißen Schaufensterpuppe, dem Porträt von Sigmund Freud und fliegenden Vögeln als symbolische Darstellung von Psychotherapie, psychischer Heilung und innerer Veränderung

Psychotherapie! Was früher hierzulande ein stigmatisiertes Wort war, von dem man sich als „normaler“ Mensch am liebsten heftig distanzierte, wird heutzutage weitgehend als wichtiger Bestandteil der allgemeinen gesundheitlichen Fürsorge angesehen und als ein Weg zur seelischen Heilung anerkannt. Für Betroffene und Angehörige stellt sich in der Praxis aber zuerst eine ganz entscheidende Frage: Welche Fachrichtung ist überhaupt die richtige Anlaufstelle? Bei Ängsten, Depressionen, Erschöpfungszuständen beziehungsweise Burnouts oder körperlichen Beschwerden ohne eindeutige organische Ursache stößt man schnell auf den Unterschied zwischen Psychiatrie und Psychosomatik – ein Unterschied, der auf den ersten Blick unerheblich erscheint, für die Wahl der passenden Behandlung aber entscheidend sein kann. Eine klare Normung gibt es nur in der Weiterbildungsordnung der Fachärzte, aber nicht in der Klassifikation der Krankenhäuser und Kliniken. Bei klinischen Angeboten gibt es Schnittmengen und Kombinationen. Ein genauerer Blick auf die Begriffe Psychiatrie und Psychosomatik ist daher empfehlenswert.

Psychotherapie in der Psychiatrie: Medizinischer Blick auf die Seele

Der klassische Begriff „Psychiatrie“ wird häufig für die öffentlichen Versorgungskrankenhäuser mit einer Abteilung der geschlossenen Unterbringung für Zwangseinweisungen gebraucht. Hier liegt der Schwerpunkt traditionell auf der medizinisch-biologischen Behandlung schwerer und schwerster seelischer Erkrankungen. Die Ärzte stellen Diagnosen nach international anerkannten Klassifikationssystemen wie dem ICD-10-Code und setzen häufig Medikamente ein, um die akuten Krankheitsphasen zu stabilisieren und Betroffenen wieder Halt zu geben. Psychotherapie spielt aber auch hier eine wichtige Rolle, insbesondere wenn Erkrankungen wie schwere Depressionen, Schizophrenie, bipolare Störungen oder akute Störungen der Impulskontrolle im Vordergrund stehen. Fachkliniken für Psychiatrie und Psychosomatik setzen dabei zunehmend auf interdisziplinäre Teams aus Fachärzten und psychologischen Psychotherapeuten, die eng zusammenarbeiten.

Psychosomatik: Körper, Psyche und soziale Faktoren im Zusammenspiel

Viele psychosomatische Klinken haben sich im Bereich der Reha- beziwhungsweise Kur-Kliniken angesiedelt. Der Begriff der Psychosomatischen Klinik beinhaltete ursprünglich nur die Behandlung einer psychischen Erkrankung in Verbindung mit einer körperlichen Erkrankung. Somatik bedeutet "den Körper betreffend" in Abgrenzung zur Psyche (die Seele betreffend). Im Verlauf haben sich die psychosomatischen Kliniken auch der (reinen) Behandlung der Psyche zugewendet. Moderne Kliniken kombinieren die beiden Bereiche Psychiatrie und Psychosomatik. Die Psychosomatik betrachtet Beschwerden aus einem anderen Blickwinkel. Im Mittelpunkt steht die Annahme, dass körperliche Symptome durch psychische Belastungen mitverursacht oder verstärkt werden können, zum Beispiel bei anhaltender Erschöpfung, chronischen Schmerzen oder Essstörungen. An dieser Stelle zeigt sich ein zweiter wichtiger Unterschied zwischen Psychiatrie und Psychosomatik: Während die klassische Psychiatrie stärker auf die rein medizinische Akutbehandlung ausgerichtet ist, arbeitet die Psychosomatik mit einem ganzheitlichen, sogenannten „biopsychosozialen“ Modell, das Körper, Seele und Lebensumfeld gleichermaßen berücksichtigt. Eine Psychotherapie bildet hier meist den Kern der Behandlung, häufig ergänzt durch Körpertherapie, Entspannungsverfahren und sozialtherapeutische Ansätze.

Gemeinsame Grundlage: multimodale Behandlungskonzepte

Trotz der trennenden Unterschiede verbindet Psychiatrie und Psychosomatik auch einiges. Beide Fachrichtungen setzen heute auf multimodale Behandlungsansätze, die verschiedene Bausteine kombinieren. Psychotherapie in Einzel- und Gruppensitzungen, medikamentöse Unterstützung, Physiotherapie sowie Angebote zur Alltagsstrukturierung. Auch die enge Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen, von Fachärzten über Psychologen bis hin zu Pflegekräften und Physiotherapeuten, gehört inzwischen zum Standard, damit ein Behandlungsplan auch im Klinikalltag funktioniert. Ein dritter Unterschied zwischen Psychiatrie und Psychosomatik liegt daher weniger in der Methodik als im jeweiligen Ansatzpunkt: Die eine Fachrichtung denkt häufig vom Symptom her, die andere betrachtet eher das Zusammenspiel aus Körper und Psyche.

Warum die richtige Einordnung zählt

Aus Patientensicht besteht häufig ein spürbares Informationsdefizit darüber, welche Klinik welche Behandlung anbietet und wie erfolgreich sie tatsächlich ist. Fachverbände fordern deshalb schon länger mehr Transparenz und besser dokumentierte Behandlungsangebote, damit sich Betroffene vor der Klinikwahl ausreichend informieren können. Wichtige Anhaltspunkte sind dabei etwa, ob eine Klinik Einzel- oder überwiegend Gruppenangebote macht, wie viele Fachkräfte pro Station im Einsatz sind und nach welchen Kriterien der Behandlungserfolg gemessen wird.

Im Mittelpunkt der My Way® Privatklinik steht ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept, das die hochfrequente Psychotherapie, körperorientierte Verfahren und einen wertschätzenden, ruhigen Rahmen miteinander verbindet – ohne Wartelisten, dafür mit ausreichend Zeit für jeden einzelnen Patienten. Statt starrer Stationsroutinen steht dort ein Behandlungstempo im Vordergrund, das sich ausschließlich am individuellen Verlauf orientiert. Für weitere Fragen kontaktieren Sie uns!