von Melissa Celmeur
Kliniken für Körper, Geist und Seele – warum die richtige Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik entscheidend sein kann
Wem ambulante Behandlungen vom Facharzt und Therapeuten für psychische beziehungsweise psychosomatische Beschwerden nicht ausreichen, stößt bei der Suche nach stationärer Behandlung auf eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Angebote. Um sich für die jeweils wirklich passende Behandlung zu entscheiden, lohnt sich ein genauer Blick auf Inhalte, Strukturen und Zielsetzungen der verschiedenen Einrichtungen. Eine private Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik unterscheidet sich zum Beispiel grundlegend von einem klassischen psychiatrischen Versorgungskrankenhaus oder einer Lifestyle-Wellnessklinik. Vom Schweregrad der Erkrankung betrachtet beginnt das Angebot bei so genannten Lifestyle-Kliniken mit einem hohen Anteil von Medical-Wellness und endet beim örtlich zuständigen Versorgungskrankenhaus, welches laut Versorgungsvertrag alle psychisch Kranken aufnehmen muss, mit offener beziehungsweise geschlossener Psychiatrie mit freiheitsentziehenden Maßnahmen.
Krankenhaus oder Reha – Die Unterscheidung des Gesetzgebers
Gesetzliche Krankenkassen, private Versicherungen und Beihilfestellen orientieren sich nach dem fünften Sozialgesetzbuch (SGB V).
Das Krankenhaus ist vorgesehen für akute Erkrankungen bei Patienten, die krankheitsbedingt Schwierigkeiten haben, sich im Alltag selbst angemessen zu versorgen. Die Reha-Klink hingegen ist vorgesehen für Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt oder direkter Behandlung für vergleichsbaren leichteren Schweregrad und Leidensdruck. Die Reha-Klink wird von privaten Versicherungen als Kureinrichtung oder Sanatorium bezeichnet. Im Sozialgesetzbuch setzt der Gesetzgeber für das Krankenhaus und für die Reha-Klinik die Heilung nach vorn. Im Gesetz heißt es:
- Reha-Kliniken sind „Rehabilitationseinrichtungen, die dazu dienen, um eine Schwächung der Gesundheit, die in absehbarer Zeit voraussichtlich zu einer Krankheit führen würde, zu beseitigen oder eine Krankheit zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern oder im Anschluß an Krankenhausbehandlung den dabei erzielten Behandlungserfolg zu sichern oder zu festigen.“
Für die Krankenhäuser setzt der Gesetzgeber im Sozialgesetzbuch die Heilung im Gesetzestext nach vorn:
- Krankenhäuser stehen fachlich-medizinisch unter ständiger ärztlicher und pflegefachlicher Aufsicht und arbeiten nach wissenschaftlich anerkannten Methoden, um Krankheiten der Patienten zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern.
Der Unterschied liegt also im Schweregrad der Erkrankung.
- Betroffenen mit akuten Symptomen, hohem Leidensruck und mit Schwierigkeiten, den Alltag adäquat zu gestalten, werden das Krankenhaus aufsuchen.
- Menschen, die planbar warten können, mit vergleichsweise geringerem Schweregrad, oder nach Hauptversorgung im Krankenhaus, werden in die Reha-Klinik gehen.
Reha-Klinken werden von privaten Versicherungen auch als Kureinrichtungen oder Sanatorien eingestuft. Viele Privatversicherte haben hier eingeschränkte Leistungen. Für sogenannte gemischte Krankenanstalten, das sind Klinken, die sowohl Krankenhausbehandlung machen als auch Rehabilitation, verlangen von privaten Versicherungen vor der Aufnahme einen Antrag. Bei reinen Krankenhäusern ist die vorherige Beantragung bei medizinischer Indikation nicht notwendig.
Die Aufnahme ins Krankenhaus erfolgt meist durch die Verordnung einer Krankenhausbehandlung (umgangssprachlich „Einweisung“) oder Selbsteinweisung, während die Aufnahme in die Reha-Klinik einen Reha-Antrag bei der Krankenkasse oder beim Rentenversicherungsträger voraussetzt.
Abgeleitet von den Vorgaben des Gesetzgebers stellen Kostenträger für das Krankenhaus deutlich höhere Entgelte als für die Rehaklinik beziehungsweise Kur im Sanatorium zur Verfügung
Psychiatrie und Psychosomatik – Kliniken mit zwei Ansätzen und einem Ziel
Der Begriff der „Psychosomatischen Klinik“ beziehungsweise „Klinik für Psychosomatik“ beinhaltete ursprünglich „nur“ die Behandlung einer psychischen Erkrankung in Verbindung mit einer vorhandenen körperlichen Erkrankung. Somatik bedeutet "den Körper betreffend" in Abgrenzung zur Psyche, „die Seele betreffend“. Im Verlauf haben sich psychosomatischen Klinken auch der (reinen) Behandlung der Psyche zugewendet. Eine Klinik für Psychosomatik betrachtet die Menschen ganzheitlich und körperliche Symptome werden hier in Verbindung mit seelischen Belastungen verstanden. In der modernen Psychosomatik geht es diesen Kliniken darum, Ursachen zu erkennen und nachhaltig zu bearbeiten. Die Aufnahme erfolgt in der Regel freiwillig und setzt oftmals eine gewisse Stabilität sowie die Fähigkeit und Bereitschaft zur allseits aktiven Mitarbeit voraus. Viele Kliniken mit dem Namen „Psychosomatische Klinik“ haben sich entsprechend im Bereich der Reha-Kliniken angesiedelt.
Die „Psychiatrie“ beziehungsweise „Psychiatrische Klinik“ konzentriert sich vor allem auf die Diagnose und Behandlung schwerer psychischer Erkrankungen wie Depressionen, Angst- und Panik, Traumata oder Psychosen und weiteren akuten Krisenzuständen. Wenn die kranke Seele körperliche Krankheiten verursacht, behandelt die Psychiatrie das ähnlich wie die Klinik für Psychosomatik, als sogenannte „Somatisierungsstörung“. Aufnahmen erfolgen oft ohne größere Wartezeit, in akuten Situationen mit der fehlenden oder mangelnden Fähigkeit zur angemessenen Selbstversorgung beziehungsweise hohem Leidensdruck.
Was eine gute psychiatrische und psychosomatische Behandlung auszeichnet
Am Ende geht es darum, eine Einrichtung zu finden, die zum eigenen Bedarf passt. Eine Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik sollte medizinische Kompetenz mit einem ganzheitlichen Ansatz verbinden. Sie sollte Raum für persönliche Entwicklung bieten, ohne die fachliche Tiefe zu verlieren. Für die erfolgreiche Psychotherapie hat sich eine geringe Klinikgröße als zielführend herausgebildet, indem sich ein fachliches Klinikteam auf jeden Einzelnen individuell fokussieren kann.
Die My Way® Klinik steht für diesen Ansatz. Psychiatrie und Psychosomatik werden in unserer Klinik nicht isoliert betrachtet, sondern als Zusammenspiel von Körper, Geist und Lebensumständen verstanden. Ziel ist es, nachhaltige Veränderungen zu ermöglichen und den Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu begleiten.
Wenn Sie den Eindruck haben, selbst betroffen zu sein oder sich unsicher sind, ob eine psychiatrische bzw. psychosomatische Behandlung in unserer Privatklinik sinnvoll ist, kann ein erstes Gespräch Klarheit schaffen. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf und lassen Sie sich ergebnisoffen und diskret beraten.