von Melissa Celmeur

Borderline-Störung: Ursachen, Symptome, Therapie

Die Borderline-Störung ist eine komplexe psychische Erkrankung, die durch emotionale Instabilität, Impulsivität und Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen gekennzeichnet ist. Wir möchten hier einen Überblick geben über die wichtigsten Borderline-Symptome, über Ursachen und mögliche Therapieansätze für Betroffene und ihre Angehörigen.

Wie äußern sich die Symptome bei einer Borderline-Störung?

Menschen mit Borderline unterliegen oft intensiven Stimmungsschwankungen und Wutausbrüchen. Oftmals haben sie ein stark gestörtes Selbstbild. Häufig herrscht in ihrem Inneren eine Zerrissenheit, begleitet von einem Gefühl der inneren Leere. Für Borderline typische Symptome sind zum Beispiel:

  • Emotionale Instabilität: Starke und schnelle Wechsel von Freude, Trauer, Angst oder Wut.
  • Geringe Impulskontrolle: Betroffene neigen zu impulsivem Verhalten wie übermäßigem Alkoholkonsum, riskanten Entscheidungen oder Essstörungen.
  • Verlustangst und instabile Beziehungen: Oft bestehen übertriebene Bemühungen, Menschen an sich zu binden, was zu konfliktreichen oder kurzen Beziehungen führt.
  • Selbstverletzendes Verhalten: Einige Betroffene fügen sich selbst Verletzungen zu, um emotionale Spannungen abzubauen.
  • Suizidgedanken und -versuche: Diese sind bei einer Borderline-Störung nicht ungewöhnlich und bedürfen dringend professioneller Hilfe.

Die Krankheit Borderline zeigt sich in vielen Facetten. Während einige Menschen mit einer Borderline-Störung versuchen, Symptome, die durch den ihren inneren Druck entstehen, mittels Selbstverletzungen zu lindern, suchen andere den Nervenkitzel in lebensgefährlichen Situationen – den sogenannten Adrenalin-Kick.

Was sind die Ursachen der Borderline-Störung?

Die genauen Ursachen des Krankheitsbildes Borderline sind bislang nicht abschließend und eindeutig geklärt. Verschiedene Faktoren scheinen jedoch das Risiko erheblich zu erhöhen. Traumatische Erfahrungen in der Kindheit wie Missbrauch, Vernachlässigung oder der Verlust von Bezugspersonen gehören zu den häufigsten Risikofaktoren. Negative Erfahrungen im sozialen Umfeld, etwa durch Mobbing oder soziale Ausgrenzung, können das Auftreten von Borderline-Symptomen zusätzlich begünstigen. Auch genetische Veranlagungen spielen eine Rolle, insbesondere wenn in der Familie psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Schizophrenie auftreten.

Die Borderline-Störung ist eine komplexe Erkrankung, bei der Umwelt- und genetische Faktoren zusammenspielen. Die ersten Anzeichen der Borderline-Störung treten oft im Kindes- oder Jugendalter auf. Besonders junge Menschen unter 30 Jahren sind betroffen, wobei sowohl Frauen als auch Männer gleichermaßen erkranken können. Mit zunehmendem Alter nimmt die akute Symptomatik häufig ab, während tief verwurzelte Persönlichkeitsmerkmale bestehen bleiben. Studien zufolge sollen ein bis drei Prozent der Bevölkerung an Borderline erkranken.

Welche Herausforderungen gibt es für Betroffene?

Die emotionale Instabilität und das niedrige Selbstwertgefühl machen es Menschen mit Borderline schwer, stabile Beziehungen zu führen. Häufig erleben sie ein Wechselspiel zwischen Verlassensängsten und Angst vor zu viel Nähe. Häufig sind ihre Beziehungen von Konflikten und Beziehungsabbrüche geprägt.

Borderline wird von Nicht-Betroffenen oft missverstanden. Vorurteile gegen diese psychische Störung von „Borderliner manipulieren andere“ über „Borderliner können niemals eine gesunde Beziehung führen“ bis „Borderliner spalten das Klinikteam“ halten sich hartnäckig. Aber mit der richtigen Therapie und Unterstützung können Betroffene jedoch lernen, wirksame Hilfestellung zu erhalten, stabile Beziehungen zu entwickeln und ihre Symptome zu bewältigen.

Wie kann bei Borderline eine Therapie ablaufen?

Die Behandlung der Borderline-Störung erfolgt meist über eine Kombination aus Psychotherapie, gegebenenfalls mit Unterstützung durch Medikamente. Wichtige Ansätze der Borderline-Therapie sind:

  • Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT): Fokussiert auf Emotionsregulation, Achtsamkeit und zwischenmenschliche Fertigkeiten.
  • Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT): Hilft, die eigenen Gefühle und die anderer besser zu verstehen.
  • Schema-Therapie: Bearbeitet ungesunde Denkmuster und Verhaltensweisen.

Neben der Therapie bieten Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen wertvolle Unterstützung für Betroffene und Angehörige. Wichtig ist auch, das Verhalten der Betroffenen nicht persönlich zu nehmen, sondern die Störung als ernsthafte Erkrankung zu erkennen.
Für Menschen mit Borderline-Störung ist es ganz wichtig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die My Way® Psychiatrische Klinik bietet umfassende Diagnostik und individuelle Therapieprogramme, um Betroffenen zu helfen, einen positiven Umgang mit ihrer Erkrankung zu finden. Zielführend ist auch die hochfrequente Einzeltherapie, denn viele Betroffene haben negative Gruppenerfahrungen hinter sich.

Wenn Sie oder Personen in Ihrem Umfeld von einer Borderline-Störung betroffen sind, Symptome zeigen oder jemand sich dahingehend äußert, zögern Sie nicht, Hilfe zu suchen. Ein erfahrener Therapeut kann gemeinsam mit Ihnen Wege finden, um den Alltag zu bewältigen und wieder Lebensfreude zu erfahren.