F90: Hyperkinetische Störungen im ICD-10
Unter dem Diagnosecode F90 fasst die ICD-10-Klassifizierung verschiedene hyperkinetische Störungen zusammen. Dabei stehen beeinträchtigte Aufmerksamkeit, impulsives Verhalten und ein Drang zur Aktivität, der sich nur schwer regulieren lässt, im Vordergrund. Die Auffälligkeiten beginnen in der Kindheit und können sich später bis ins Erwachsenenalter fortsetzen. Zur Diagnosegruppe gehört vor allem auch die einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung F90.0, die mit dem heute gebräuchlichen Begriff ADHS bezeichnet wird.
Ein temperamentvolles Wesen oder gelegentliche Konzentrationsschwierigkeiten reichen für eine F90-Diagnose nicht aus. Entscheidend ist, dass die Auffälligkeiten deutlich ausgeprägt sind, über einen längeren Zeitraum bestehen und den Alltag (Schule, Beruf, Soziales) erheblich beeinträchtigen.
Wie äußert sich die F90-Diagnose?
Hyperkinetische Störungen können sich sehr unterschiedlich zeigen. Häufig fällt es Betroffenen schwer, sich über längere Zeit einer Aufgabe zu widmen. Sie lassen sich leicht ablenken, beginnen verschiedene Tätigkeiten und bringen sie oft nicht zu Ende. Hinzu kommen oft spontane Handlungen und Schwierigkeiten damit, abzuwarten oder das eigene Verhalten der jeweiligen Situation anzupassen.
Mögliche Anzeichen für F90 sind:
- ausgeprägte Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme
- leichte Ablenkbarkeit
- häufiges Wechseln zwischen verschiedenen Tätigkeiten
- starker Bewegungsdrang
- impulsive Entscheidungen oder Handlungen
- Probleme beim Planen und Organisieren
- Schwierigkeiten, abzuwarten oder sich über längere Zeit mit einer Sache zu beschäftigen
Mit zunehmendem Alter kann sich das Erscheinungsbild verändern. Bei Erwachsenen ist die körperliche Hyperaktivität häufig weniger auffällig als im Kindesalter. Stattdessen können innere Unruhe, Vergesslichkeit sowie Defizite bei Organisation und Alltagsplanung stärker hervortreten.
Wie kommt es zu einer hyperkinetischen Störung?
Für die Entstehung hyperkinetischer Störungen gibt es nicht den einen Auslöser. Nach heutigem Wissensstand wirken verschiedene Faktoren zusammen. Eine wichtige Rolle spielen genetische Voraussetzungen und neurobiologische Prozesse. Darüber hinaus können individuelle Lebensbedingungen beeinflussen, wie stark sich die Symptome bemerkbar machen und wie gut Betroffene mit ihnen umgehen können.
Der Weg zur F90-Diagnose
Ob tatsächlich eine hyperkinetische Störung vorliegt, lässt sich nicht anhand eines einzelnen Tests feststellen. Die Diagnostik betrachtet vielmehr das gesamte Erscheinungsbild. Dazu gehören die Art und Dauer der Beschwerden ebenso wie deren Auswirkungen auf unterschiedliche Lebensbereiche.
Bei Kindern und Jugendlichen werden neben Gesprächen und Untersuchungen häufig Informationen der Eltern und gegebenenfalls der Schule einbezogen. Standardisierte Fragebögen und weitere diagnostische Verfahren können die Einschätzung ergänzen. Bei Erwachsenen spielt auch die Entwicklung seit der Kindheit eine wichtige Rolle.
Zugleich müssen andere mögliche Erklärungen für die Beschwerden berücksichtigt werden. Die ICD-10 grenzt hyperkinetische Störungen unter anderem von Angststörungen, affektiven Störungen, Schizophrenie und tiefgreifenden Entwicklungsstörungen ab.
Mit der frühzeitigen Behandlung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie können die Beschwerden häufig gelindert werden. Im Erwachsenenalter kommen häufig Störungen des Selbstwertgefühls und depressive Episoden hinzu, auch ist durch Überdosierungen oder Selbstmedikation Suchtpotential vorhanden. Betroffene Erwachsene erhalten in der My Way® Privatklinik eine umfassende Diagnostik sowie eine individuell abgestimmte Therapie.
Behandlung richtet sich nach individueller Situation
Welche Therapie bei F90 geeignet ist, hängt unter anderem vom Alter, von der Intensität der Beschwerden und von möglichen Begleiterkrankungen ab. Zum Behandlungskonzept können Psychoedukation, psychotherapeutische beziehungsweise verhaltenstherapeutische Maßnahmen und Unterstützung bei der Strukturierung des Alltags gehören. Bei Kindern und Jugendlichen kann es außerdem hilfreich sein, Eltern und das schulische Umfeld einzubeziehen. Abhängig von der individuellen Situation und dem Schweregrad kommt auch eine medikamentöse Therapie infrage. Mit der frühzeitigen Behandlung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie können die Beschwerden häufig gelindert werden. Im Erwachsenenalter kommen häufig Störungen des Selbstwertgefühls und depressive Episoden hinzu, auch ist durch Überdosierungen oder Selbstmedikation Suchtpotential vorhanden. Betroffene Erwachsene erhalten in der My Way® Privatklinik eine umfassende Diagnostik sowie eine individuell abgestimmte Therapie.
Mit der frühzeitigen Behandlung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie können die Beschwerden häufig gelindert werden. Im Erwachsenenalter kommen häufig Störungen des Selbstwertgefühls und depressive Episoden hinzu, auch ist durch Überdosierungen oder Selbstmedikation Suchtpotential vorhanden. Betroffene Erwachsene erhalten in der My Way® Privatklinik eine umfassende Diagnostik sowie eine individuell abgestimmte Therapie.
Welche Diagnosen gehören zum ICD-10-Code F90?
Die aktuelle ICD-10-GM 2026 unterscheidet vier Unterkategorien innerhalb der F90-Diagnose.
- F90.0 Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung: Störungen, bei denen Aufmerksamkeitsprobleme, Hyperaktivität und Impulsivität auftreten, auch ADHS.
- F90.1 Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens: Verhalten gegenüber anderen Menschen ist deutlich beeinträchtigt.
- F90.8 Sonstige hyperkinetische Störungen: andere Formen hyperkinetischer Störungen, die keiner der spezifisch bezeichneten Kategorien entsprechen
- F90.9 Hyperkinetische Störung, nicht näher bezeichnet: ohne genauere Zuordnung