F53: Wochenbettdepression und andere psychische, postpartale Störungen
Die Geburt eines Kindes bringt das Leben der Eltern gründlich durcheinander. Freude, Erschöpfung und Unsicherheit wechseln sich oft ab und viele Mütter erleben in den ersten Tagen emotionale Schwankungen. Hält die seelische Belastung jedoch über längere Zeit an oder nimmt sie sogar zu, kann eine Wochenbettdepression vorliegen. Im ICD-10 wird sie unter F53 den psychischen und Verhaltensstörungen im Wochenbett zugeordnet. Häufig wird auch der Begriff postpartale Depression verwendet.
Welche Symptome können bei postpartalen Depressionen auftreten?
Eine Wochenbettdepression entwickelt sich meist in den ersten Wochen oder Monaten nach der Geburt. Anders als beim sogenannten „Baby Blues“ verschwinden hier die Beschwerden nicht nach wenigen Tagen, sondern beeinträchtigen den Alltag und die Beziehung zum Kind erheblich.
Typische Symptome bei F53 sind:
- anhaltende Niedergeschlagenheit und Hoffnungslosigkeit
- starke Erschöpfung und Antriebslosigkeit
- Schuldgefühle und Selbstzweifel
- Ängste um das Kind oder die eigene Zukunft
- Schlaf- und Konzentrationsstörungen
- Verlust von Freude und Interesse
- sozialer Rückzug
In schweren Fällen können Suizidgedanken oder Gedanken auftreten, dem Kind etwas anzutun. Dann muss sofortige professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.
Wie entsteht eine postpartale Depression?
Die Ursachen einer postpartalen Depression sind vielfältig. Nach der Geburt verändern sich die Hormonspiegel innerhalb kurzer Zeit erheblich. Gleichzeitig belasten Schlafmangel, die Umstellung auf den neuen Alltag und die Verantwortung für das Kind viele Frauen.
Das Risiko steigt zusätzlich bei früheren Depressionen oder Angststörungen, belastenden Geburtserfahrungen, Partnerschaftskonflikten oder fehlender sozialer Unterstützung. Wichtig ist, dass eine Wochenbettdepression keine Folge mangelnder Liebe zum Kind oder persönlichen Versagens ist, sondern eine ernst zu nehmende psychische Erkrankung.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Je früher eine Wochenbettdepression erkannt wird, desto besser sind die Behandlungschancen. Je nach Schweregrad kommen psychotherapeutische Gespräche, unterstützende Maßnahmen im familiären Umfeld und bei Bedarf auch Medikamente infrage. Ziel ist es, die psychische Stabilität der Mutter wiederherzustellen und gleichzeitig die Bindung zwischen Mutter und Kind zu stärken.
Eine Wochenbettdepression ist gut behandelbar. In der My Way® Privatklinik erhalten Betroffene eine individuelle Diagnostik und ein auf ihre persönliche Situation abgestimmtes Therapiekonzept. Erfahrene Fachärztinnen, Fachärzte und Psychotherapeutinnen begleiten jede Patientin diskret und mit dem Ziel, langfristig zu neuer Lebensqualität zurückzufinden.
ICD-10-Unterklassifikationen der F53-Diagnose
- F53.0 Leichte psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett, anderenorts nicht klassifiziert
- F53.1 Schwere psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett, anderenorts nicht klassifiziert
- F53.8 Sonstige psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett, anderenorts nicht klassifiziert
- F53.9 Psychische Störung im Wochenbett, nicht näher bezeichnet