von Melissa Celmeur
Essstörungen verstehen: Magersucht
Magersucht ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung, die viel problematischer ist als lediglich der Wunsch, schlank zu sein. Magersucht betrifft nicht nur den Körper, sondern bestimmt auch das Denken, Fühlen und Verhalten. Die Erkrankung beginnt oft schleichend und ist für Außenstehende nicht immer sofort erkennbar. Dennoch zählt sie zu den gefährlichsten Essstörungen überhaupt.
Wie sich bei der Magersucht die Symptome äußern
Typische Magersucht-Symptome zeigen sich in einem deutlich reduzierten Körpergewicht, einem gestörten Körperbild sowie einem ausgeprägten Drang, Gewicht zu verlieren. Betroffene empfinden sich trotz bereits vorhandenem Untergewicht oft immer noch als zu dick. Sie entwickeln ein stark kontrolliertes Essverhalten und vermeiden gezielt kalorienreiche Lebensmittel. Auch übermäßiger Sport kann bei Magersucht Teil der Symptome sein.
Weitere Symptome der Magersucht sind Konzentrationsprobleme, Ausbleiben der Menstruation, Kreislaufbeschwerden und eine erhöhte Kälteempfindlichkeit. Auch trockene Haut, brüchige Nägel und Haarausfall können auftreten. Häufig geht all dies mit einer zunehmenden sozialen Isolation einher.
Je früher eine Magersucht anhand dieser Symptome erkannt wird, desto besser sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. Daher ist es wichtig, auf Warnzeichen wie schnellen Gewichtsverlust, verändertes Essverhalten oder übertriebene Beschäftigung mit Kalorien zu achten.
Wichtig bei Magersucht: die Ursachen verstehen
Bei Magersucht sind die Ursachen sehr vielfältig. Oft liegt ein Zusammenspiel biologischer, psychischer und sozialer Faktoren vor. Persönlichkeitsmerkmale wie ein starkes Bedürfnis nach Perfektion und Kontrolle oder ein geringes Selbstwertgefühl spielen oft eine Rolle. Auch familiäre Belastungen oder gesellschaftlicher Druck durch Schönheitsideale können zur Entstehung von Magersucht als deren Ursachen beitragen.
Es gibt Hinweise darauf, dass genetische Faktoren die Anfälligkeit für Essstörungen erhöhen können. Gleichzeitig deutet vieles darauf hin, dass die Magersucht ihre Ursachen auch in einem gestörten Umgang mit Stress und Emotionen finden kann. Betroffene Personen versuchen oft, über die Kontrolle des eigenen Körpers innere Konflikte zu bewältigen.
Weitere Magersucht-Ursachen können auch in schwierigen familiären Konstellationen, belastenden Kindheitserfahrungen oder dem Nicht-erwachsen-werden-Wollen liegen. Auch soziale Medien und ein starker Drang zur Selbstoptimierung im Alltag können entsprechenden Druck aufbauen, der zur Entwicklung einer Essstörung beiträgt. Schwierig beim frühen Erkennen von Magersucht ist, dass die Ursachen individuell sehr unterschiedlich sein können und nicht immer eindeutig zuzuordnen sind.
Wege aus der Erkrankung
Je früher eine Magersucht-Therapie beginnt, umso besser stehen die Chancen auf Heilung. Die Behandlung sollte immer individuell angepasst werden und auf mehreren Ebenen ansetzen. Wichtig ist dabei die Kombination von medizinischen, psychotherapeutischen und ernährungsbezogenen Ansätzen. Ziel muss es sein, sowohl das Gewicht zu normalisieren, als auch das zugrunde liegende psychische Erleben zu verändern.
In der Regel beginnt bei Magersucht eine mögliche Therapie mit einer ausführlichen Diagnostik und einer Stabilisierung des körperlichen und psychischen Zustands. Im weiteren Verlauf steht die Bearbeitung von Denkmustern, Emotionen und Verhaltensweisen im Vordergrund. Betroffene lernen, ihren Körper wieder realistisch wahrzunehmen und ein gesundes Essverhalten aufzubauen.
Angehörige spielen gerade bei Magersucht in der Therapie eine wichtige Rolle. Sie können Betroffene zwar unterstützen und begleiten, sind aber häufig selbst stark belastet. Daher kann es sinnvoll sein, auch sie in den therapeutischen Prozess einzubeziehen und ihnen Hilfsangebote zu machen.
Magersucht verstehen und überwinden: Frühzeitige Hilfe als Schlüssel zur Heilung
Magersucht ist behandelbar, auch wenn der Weg oft lang und schwierig ist. Je früher eine Behandlung beginnt, desto besser sind die Aussichten auf eine vollständige Genesung. Wer bei sich selbst oder einem nahestehenden Menschen erste Magersucht-Symptome bemerkt und für Magersucht typische Ursachen erkennt, sollte sich nicht scheuen, professionelle Hilfe zu suchen.
Die My Way® Psychiatrische Klinik bietet Menschen mit Essstörungen wie der Magersucht ein geschütztes Umfeld, um sich mit fachlicher Begleitung auf den Weg der Heilung zu begeben. Mit einem dreistufigen Therapiemodell, der Körper und Seele gleichermaßen berücksichtigt, begleiten wir unsere Patientinnen und Patienten zurück in ein selbstbestimmtes und gesundes Leben.
Neben der täglichen Einzeltherapie werden störungsspezifische Therapiemodule, Schemata mit Erkennen der in der Persönlichkeit begründeten Verhaltensmuster, Emotionale Trainings, Achtsamkeitstraining und Wertesystem zur Findung des „inneren Kompasses“, ferner die Ernährungsberatung und nicht zuletzt die gute, gesunde Küche der Klinik eingesetzt.