von Melissa Celmeur

Blue Monday: Mythen und Fakten

Jedes Jahr im Januar kehrt ein ganz bestimmter Tag wieder: der sogenannte Blue Monday. Laut dem britischen Psychologen Cliff Arnall ist dies der deprimierendste Tag des Jahres. Angeblich können Faktoren wie Wetter, finanzielle Sorgen und mangelnde Motivation dazu führen, dass sich viele Menschen an diesem Tag besonders niedergeschlagen fühlen, der immer der dritte Montag im Januar sein soll. Was steckt wirklich hinter dem Mythos des Blue Monday, und wie beeinflusst die dunkle Jahreszeit unsere Psyche? Klaus-Dirk Kampz, Geschäftsführer der My Way Psychiatrischen Privatklinik ist da eher skeptisch.

Der Ursprung des Blue Monday

Cliff Arnall entwickelte 2005 eine Formel, die verschiedene Einflussfaktoren wie das Wetter, die Zeit seit Weihnachten, finanzielle Schwierigkeiten und unerfüllte Neujahrsvorsätze kombinierte, um den traurigsten Tag des Jahres zu berechnen. Interessanterweise tauchte diese Theorie erstmals in einer Pressemitteilung eines Reiseunternehmens auf, was ein Indiz dafür sein könnte, dass es sich eher um eine clevere Werbekampagne handelte. Dennoch hat die Idee des Blue Monday weltweit Aufmerksamkeit erlangt und lädt uns dazu ein, über unsere Stimmung in den Wintermonaten und über Anfälligkeiten für Depressionen nachzudenken.

Wissenschaftliche Zweifel am Konzept

Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Idee eines eindeutig deprimierendsten Tages im Jahr und des Monday-Blues allerdings umstritten. Emotionen und psychische Gesundheit sind zu komplex, als dass sie in eine einfache Formel zu pressen wären. Faktoren wie das Wetter und persönliche Umstände lassen sich kaum in festen Zahlen ausdrücken. Dennoch steckt ein Kern Wahrheit in der These: Die Wintermonate setzen vielen Menschen zu. Insbesondere die Dunkelheit spielt dabei eine bedeutende Rolle. Bereits im Vorgriff auf die dunklen Wintermonate stellen die Betroffenen häufig den so genannten „Herbst-Blues“ fest.

Warum die Wintermonate aufs Gemüt schlagen

In den dunklen Monaten produziert der Körper vermehrt das Schlafhormon Melatonin, während die Produktion des stimmungsaufhellenden Serotonins sinkt. Das Ergebnis ist, dass viele Menschen sich müde fühlen, antriebslos sind und gelegentlich sogar trauriger als üblich. Dieses Phänomen ist bekannt als der sogenannte Monday-Blues, der sich besonders nach den Feiertagen verstärken kann. In einigen Fällen entwickeln Betroffene sogar eine Winterdepression, eine ernstzunehmende Form einer saisonal abhängigen Depression (SAD).

Symptome und Anzeichen einer Depression im Winter

Die Winterdepression äußert sich durch Symptome wie:

  • Anhaltende Müdigkeit und Energielosigkeit, beziehungsweise Antriebsschwäche
  • Niedergeschlagenheit und Reizbarkeit
  • Gesteigerter Appetit, insbesondere auf süße oder kohlenhydratreiche Lebensmittel
  • Rückzug von sozialen Aktivitäten

Wer solche Anzeichen bemerkt, sollte sie ernst nehmen. Zwar ist der ominöse Blue Monday selbst nicht unbedingt der Auslöser, aber er lenkt die Aufmerksamkeit auf ein Thema, das viele Menschen betrifft.

Tipps gegen den Monday-Blues

Die gute Nachricht ist, dass es viele Strategien gibt, um den Monday-Blues und Depressionen im Winter zu bekämpfen. Tägliche Spaziergänge im Tageslicht können dem Körper helfen, die Serotoninproduktion anzukurbeln. Selbst an wolkigen Tagen wirkt das natürliche Licht positiv auf die Stimmung. Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung mit Omega-3-Fettsäuren und frischen Lebensmitteln kann ebenfalls die Psyche stärken.

Für eine gezielte Unterstützung bietet sich die Lichttherapie an. Spezielle Lampen mit Tageslicht simulieren Sonnenstrahlen und regen so die Serotoninproduktion an. Viele Betroffene berichten von einer spürbaren Verbesserung ihrer Stimmung durch diese Methode. Zudem sind regelmäßige Schlafenszeiten und eine klare Alltagsstruktur hilfreich, um Halt zu geben und negative Gedanken in Schach zu halten.

Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen oder die Symptome weiterhin bestehen, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Die My Way Psychiatrische Privatklinik kann wertvolle Unterstützung bieten. Hier stehen erfahrene Experten bereit, um individuelle Therapieansätze zu entwickeln und langfristig für psychische Stabilität zu sorgen.

Der Blue Monday als Chance zur Selbstreflexion

Ob der Blue Monday tatsächlich so existiert und der traurigste Tag des Jahres ist, muss vielleicht ungeklärt bleiben. Klar ist jedoch, dass die dunklen Wintermonate eine Herausforderung für unsere mentale Gesundheit darstellen. Anstatt uns von diesem Tag lähmen zu lassen, können wir ihn als Anlass nehmen, aktiv für unser Wohlbefinden zu sorgen. Mit Bewegung, Licht und einer gesunden Lebensweise lässt sich der Monday-Blues überwinden – und sollte dies nicht genügen, kann die May Way Psychiatrische Privatklinik Ihre wertvolle Anlaufstelle sein. Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie denken, an Depressionen zu leiden.