von Melissa Celmeur
Burnout in der Pflege verstehen und erkennen
Wer täglich für andere da ist, merkt oft viel zu spät, wie sehr die eigenen Kräfte schwinden. Deshalb trifft Burnout in der Pflege so viele Menschen besonders hart. Der Alltag in helfenden Berufen ist geprägt von professioneller Verantwortung und Nähe, häufig verbunden mit emotional oft sehr anspruchsvollen Situationen. Manchmal müssen Entscheidungen unter Zeitdruck getroffen werden. Helfende neigen tendenziell dazu, an die eigenen Belastungsgrenzen heranzugehen. Aber ständiger Einsatz an der Belastungsgrenze kann ein tiefes Erschöpfungsgefühl bei Pflegenden auslösen. Wer betroffen ist, merkt häufig erst viel zu spät, wie sehr Geist und Körper unter der Daueranspannung leiden.
Warum Burnout in der Pflege so häufig ist
Pflegekräfte tragen im Alltag eine enorme emotionale Verantwortung, weil sie Menschen in ihren verletzlichsten Momenten begleiten. Sie geben Trost, Unterstützung und Sicherheit. Gleichzeitig bleibt oft wenig Raum für die eigenen Bedürfnisse. Dadurch entsteht ein hohes Risiko in der Pflege für ein Burnout durch diese beruflichen Belastungen. Der Wunsch, es allen recht zu machen, Verantwortungsgefühl, enge Zeitvorgaben und die Konfrontation mit Leid können eine Spirale aus Überforderung und emotionaler Erschöpfung in Gang setzen. Gleichzeitig muss auf pflegerischer, beziehungsweise medizinischer Ebene fehlerfrei und akribisch gearbeitet werden. Burnout bei Pflegekräften schleicht sich meist in kleinen Schritten ein. Viele Betroffene funktionieren lange weiter, obwohl sie innerlich schon längst ausgebrannt sind. Unzureichende Fürsorge von Vorgesetzten oder Arbeitgebern kann den Verlauf verstärken.
Auch körperliche Symptome treten häufig auf. Schlafprobleme, Verspannungen, Kopfschmerzen und chronische Müdigkeit gehören ebenso dazu wie emotionale Signale. Dazu zählen Gleichgültigkeit, Gereiztheit, Rückzug oder das Gefühl, nicht mehr empathisch reagieren zu können. Burnout in der Altenpflege ist besonders weit verbreitet, weil einerseits der Zeitdruck und die emotionale Nähe zu Pflegebedürftigen sehr groß sein kann, und andererseits in der Altenpflege oft Fachkräftemangel und Kostendruck besteht.
Burnout bei Pflegekräften
Gerade wer für andere Menschen Verantwortung trägt, übersieht oft die eigenen Warnsignale. Viele versuchen, trotz Erschöpfung aus ihrem Pflichtgefühl heraus weiter zu funktionieren. Das führt jedoch häufig dazu, dass sich in der Pflege das Burnout immer mehr verstärkt. Mit der Zeit können Symptome auftreten wie innere Leere, das Gefühl völliger Überforderung, eine negative Grundhaltung zur eigenen Arbeit oder der Verlust an Freude und Motivation. Burnout kann bei Pflegekräften zudem körperliche Beschwerden auslösen, zum Beispiel Dauerkopfschmerz, Atemprobleme, Verdauungsbeschwerden oder Tinnitus.
In der Altenpflege ist das Risiko besonders hoch, da die Aufgaben körperlich wie emotional belastend sind. Burnout in der Altenpflege zeigt sich oft in Form von chronischer Erschöpfung, Frustration oder zunehmendem Rückzug. Viele Pflegekräfte geraten häufig immer tiefer in einen Kreislauf aus Anspannung und Erschöpfung.
Wie man Burnout in der Pflege erkennt
Es gibt typische Warnzeichen, bei denen Pflegekräfte aufmerksam werden sollten. Dazu gehören
ständige Müdigkeit
- das Gefühl, nur noch zu funktionieren
- Gereiztheit und sinkende Belastbarkeit
- Rückzug aus sozialen Kontakten
- das Gefühl, dass alles sinnlos erscheint
Ein beginnendes Pflege-Burnout lässt sich oft schon an den ersten kleinen Veränderungen erkennen. Oft verlieren Betroffene den Kontakt zu ihren eigenen Bedürfnissen. Perfektionismus, Pflichtgefühl und der unbedingte Wunsch, andere nicht enttäuschen zu wollen, halten sie davon ab, rechtzeitig Hilfe anzunehmen. Burnout bei Pflegekräften entwickelt sich selten plötzlich. Es ist ein Prozess, der sich über Wochen, Monate oder sogar Jahre hinziehen kann.
Wege aus der Erschöpfung
Wer Burnout in der Altenpflege oder im gesamten Pflegebereich bei sich erkennt, sollte frühzeitig handeln. In Gesprächen mit Kollegen, Personalrat und Vorgesetzte können Lösungsmöglichkeiten erörtert werden. Wirksame Entlastung im Alltag, klare Grenzen und regelmäßige Erholung sind wichtige Schritte. Auch Entspannungsverfahren wie Meditation oder Atemtechniken können helfen, Stress im Alltag abzubauen. Doch wenn der Zustand schon tiefer reicht, ist professionelle Unterstützung wichtig. Die My Way® Klinik arbeitet mit wissenschaftlich gesicherten psychotherapeutischen Verfahren in einem besonders geschützten Rahmen.
Im Mittelpunkt steht immer der einzelne Mensch mit seiner Geschichte und seinen Belastungsfaktoren. Die intensive Einzelpsychotherapie hilft dabei, Muster der Überforderung zu verstehen, emotionale Erschöpfung zu verarbeiten und neue Strategien für den Alltag zu entwickeln. Die Klinik empfiehlt ferner die störungsspezifischen Therapiemodule Achtsamkeitstraining, Emotionale Regulation, Selbstmanagement, Stresstoleranz und Wertesystem für den „inneren Kompass“. Diese therapeutische Unterstützung ist besonders wertvoll für Menschen, die unter Burnout in der Pflege leiden, weil sie oft jahrelang über ihre Grenzen gegangen sind.
Neuorientierung und Stabilität finden
Burnout in der Pflege ist keine Schwäche, sondern ein Ausdruck von zu hoher Belastung über einen langen Zeitraum hinweg. Wer rechtzeitig Hilfe annimmt, kann Belastungen abbauen und wieder Zugang zu Energie und Lebensfreude finden. Die My Way® Klinik bietet ein Therapiemodell innerhalb eines geschützten Raumes, in dem Betroffene Kraft schöpfen und neue Perspektiven entwickeln können. Ein interdisziplinäres Team begleitet den Prozess einfühlsam und kompetent.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie ein Pflege-Burnout entwickelt haben oder wenn Sie typische Symptome bei sich wahrnehmen, nehmen Sie Kontakt zur My Way® Klinik auf. Sie müssen diesen Weg nicht alleine gehen.