von Melissa Celmeur

Was genau ist eine Panikattacke – was sind die Symptome?

In drei sich überlagernden Bildern kämpft eine junge Frau mit Atemnot, die mit einer Panikattacke einhergeht

Im Gespräch mit Klaus-Dirk Kampz, dem Geschäftsführer der My Way® Psychiatrischen Klinik in Eckenhagen, wird das Thema Panikattacken von mehreren Seiten beleuchtet. Klaus-Dirk Kampz beschreibt dabei eine Panikattacke als einen plötzlichen, intensiven Angstzustand, der sowohl emotional als auch körperlich ausbricht. Während normale Angst in gewissen Situationen schützend wirken kann, übersteigt die Intensität einer Panikattacke mit ihren Symptomen häufig jegliche realistische Bedrohung.

Panikattacken – was können die Ursachen sein?

Laut Kampz gibt es verschiedene Faktoren, die für Panikattacken als Ursache in Betracht gezogen werden müssen. Genetische Dispositionen und ein Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn sind häufige Ursachen. Zusätzlich können traumatische Erfahrungen, zum Beispiel der Verlust eines geliebten Menschen oder belastende Kindheitserlebnisse, maßgeblich dazu beitragen, dass eine Panikattacke mit starken Symptomen ausgelöst wird. Auch starke emotionale Belastungen, Konflikte in Beziehungen oder beruflicher Stress spielen eine wesentliche Rolle. Dabei können die Symptome nicht nur in akuten Krisenzeiten, sondern auch in scheinbar ruhigen Phasen auftreten. Von einer sogenannten stillen Panikattacke spricht man, wenn Symptome sich in abgeschwächterer Form zeigen.

Welches sind für Panikattacken typische Symptome?

Die für normale und stille Panikattacken typischen Symptome äußern sich gleichermaßen deutlich: Physisch erleben Betroffene schnelle, teils unkontrollierte Atmung, Hyperventilation und Atemnot, manchmal in Verbindung mit dem Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen. Weitere körperliche Reaktionen wie Herzrasen, Brustschmerzen, Hitzewallungen, übermäßiges Schwitzen, Zittern und Schwindel gehören zum Repertoire. Auf der psychischen Ebene breitet sich eine überwältigende Angst aus, die mit der Furcht einhergeht, die Kontrolle zu verlieren, verrückt zu werden oder gar zu sterben. Diese intensiven Symptome führen dazu, dass rationale Gedanken oft in den Hintergrund rücken und selbst harmlose körperliche Empfindungen als lebensbedrohlich wahrgenommen werden. Bei einer stillen Panikattacke sind die Symptome wie erwähnt jedoch weniger stark ausgeprägt.

Behandlung und Bewältigung von Panikattacken

Wiederkehrende Panikattacken sollten nicht ignoriert werden. Klaus-Dirk Kampz rät, frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen, um abzuklären, ob die Symptome der Panikattacke körperlich oder psychisch bedingt sind. Ohne angemessene Behandlung können einzelne Panikattacken in eine Panikstörung übergehen, die den Alltag erheblich einschränkt. Effektive Therapieansätze wie die kognitive Verhaltenstherapie helfen den Betroffenen, bei ihren Panikattacken die jeweilige Ursache zu identifizieren und den Teufelskreis der Angst zu durchbrechen. Dabei lernen sie, ihre Ängste nicht durch Vermeidungsstrategien zu unterdrücken, sondern diesen aktiv zu begegnen – ein Ansatz, der auch bei stillen Panikattacke mit entsprechenden Symptomen Erfolg zeigen kann. Auch der Umgang mit dem gefürchteten „Triggern“ ist zu trainieren, um auslösenden Faktoren standhalten zu können.

Gibt es besonders gefährdete Personen?

Grundsätzlich kann jeder von Panikattacken betroffen sein. Besonders gefährdet sind jedoch Menschen, die über einen längeren Zeitraum Schwierigkeiten im Umgang mit Stress und intensiven Emotionen haben. Diese Personen bauen häufig eine innere Anspannung auf, die sich in Form von Panikattacken oder auch in weniger offensichtlichen, stillen Panikattacken manifestieren kann. Unbehandelt kann dies langfristig zu weiteren psychischen Problemen wie Phobien, Depressionen oder sogar Substanzabhängigkeiten führen.

Welche Strategien gibt es gegen Panikattacken?

In akuten Situationen rät Kampz dazu, gezielte Selbstberuhigungsstrategien anzuwenden. Betroffene können beispielsweise als Sofortmaßnahme bewusst ihre Atmung kontrollieren oder sich mit positiven Erinnerungsobjekten ablenken – etwa einem Foto, das ihnen viel bedeutet, oder eine besondere positive Erfahrung kurz durchleben. Auch einfache Techniken wie das Berühren des Eheringes oder rhythmisches Schnipsen eines Gummibands am Handgelenk können helfen, von der Panikattacke abzulenken und die Symptome zu mildern. Der Schlüssel liegt zweifellos darin, sich immer wieder bewusst machen zu können, dass es sich zwar um eine beängstigende Panikattacke handelt, diese jedoch medizinisch ungefährlich ist.

In der My Way® Psychiatrischen Klinik haben wir ein maßgeschneidertes Therapieprogramm gegen Panikattacken entwickelt, das darauf ausgerichtet ist, Betroffene effektiv aus ihren quälenden Ängsten zu befreien und ihnen wieder Raum für mehr Lebensfreude zu eröffnen. Inhalte sind der Umgang mit dem Traumagedächtnis und Skilltraining sowie Stabilisierungs- und Bewältigungstechniken. Wenn Sie an Panikattacken oder an stillen Panikattacken und deren Symptomen leiden, kontaktieren Sie uns!