von Melissa Celmeur

Eine Panikattacke – welche Symptome können auftreten?

Frau hält sich mit verzerrtem Gesicht die Brust, während sich die Umgebung verschwommen und drehend darstellt, als Symbol für eine starke Panikattacke

Tatsächlich erleben viele Menschen mindestens einmal im Leben eine Panikattacke. Die Symptome treten dabei meist plötzlich und intensiv auf. Zur Panikattacke gehört oft Schwindel, Herzrasen, Atemnot, Zittern und ein Gefühl des Kontrollverlusts. Obwohl sich eine Panikattacke und ihre Symptome sehr bedrohlich anfühlen können, ist sie rein medizinisch gesehen meist ungefährlich. Sie ist eine Stressreaktion des Körpers, die in Gang gesetzt wird, obwohl keine reale Gefahr besteht. Um besser mit Panikattacken umgehen zu können, ist es hilfreich zu verstehen, was dabei im Körper passiert und warum die Symptome so auftreten, wie sie es tun.

Wie entstehen bei einer Panikattacke die Symptome?

Im Grunde handelt es sich um eine Art Fehlalarm des Überlebenssystems. Im Zentrum einer Panikattacke steht das autonome Nervensystem, genauer das sympathische Nervensystem. Es sorgt dafür, dass der Körper sich blitzschnell auf Gefahr einstellen kann. Dieser Mechanismus hat über Jahrtausende unser Überleben gesichert. Wenn früher eine Bedrohung auftauchte, zum Beispiel ein wildes Tier, musste der Körper sofort bereit sein für Kampf oder Flucht. Damit das funktioniert, wird schlagartig Adrenalin ausgeschüttet. Das Herz schlägt schneller und die Atmung beschleunigt sich. So gelangen Sauerstoff und Energie schneller in die Muskeln.

Bei einer Panikattacke treten Schwindel, Herzrasen und Atemnot genauso auf, nur ohne reale Gefahr. Die sogenannte Amygdala, ein Teil des Gehirns, der für die Verarbeitung von Angst zuständig ist, schlägt Alarm. Sie bewertet eine Situation oder sogar nur einen Gedanken als bedrohlich. Das kann bewusst geschehen, aber eben auch in gewisser Weise unbemerkt. Der rational denkende Teil des Gehirns hat in dieser Phase kaum Einfluss darauf. Die körperlichen Reaktionen beginnen, bevor man selbst versteht, was gerade geschieht.

Das Wesen der Panikattacke: Warum Schwindel, Herzrasen und Atemnot überhaupt auftreten

Während einer Panikattacke werden verschiedene Hormone ausgeschüttet. Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol versetzen den Körper in höchste Alarmbereitschaft. Diese Stoffe erklären viele für die Panikattacke typischen Symptome.

  • Das Herz schlägt schneller, um den Körper auf Hochleistung vorzubereiten. Das wird als Herzrasen wahrgenommen.
  • Die Atmung wird schneller und flacher. Oft führt dies zu einem Gefühl von Atemnot, obwohl eigentlich genug Sauerstoff vorhanden ist.
  • Durch die veränderte Atmung kann der Kohlendioxidgehalt im Blut sinken. Das kann zu Schwindel, Kribbeln in den Händen und einem Gefühl von Benommenheit führen.
  • Die Muskeln spannen sich an. Das kann Zittern oder einen Druck im Brustkorb verstärken.
  • Gleichzeitig wird die Verdauung gedrosselt. Übelkeit oder Magendruck können entstehen.

All diese Reaktionen sind Teil eines uralten Schutzprogramms des Körpers. Sie sind sinnvoll, wenn tatsächlich Gefahr besteht. Bei einer Panikattacke gibt jedoch keinen äußeren Anlass, mit dem die körperliche Reaktion übereinstimmt. Diese Diskrepanz wird als beängstigend empfunden. So entsteht häufig ein Teufelskreis der Angst und Panik.

Im Teufelskreis der Angst

Viele Betroffene erleben bei einer Panikattacke die körperlichen Symptome selbst als Bedrohung. Das Herzrasen wird als Zeichen für eine mögliche Herzkrankheit gedeutet. Der bei einer Panikattacke auftretende Schwindel läuft für die betroffene Person gefühlt auf eine Ohnmacht hinaus. Panikattacken mit einhergehender Atemnot wirken wie ein drohender Kontrollverlust. Diese falschen Bewertungen führen oft zu noch mehr Angst. Diese Angst verstärkt wiederum die Stressreaktion. So kann die Panikattacke sich mit ihren Symptomen schnell steigern.

Wichtig zu wissen ist, dass der Körper diesen Zustand nicht lange aufrechterhalten kann. Nach einigen Minuten beginnt das Adrenalin, abgebaut zu werden. Das System fährt sich wieder herunter. Eine Panikattacke mit Schwindel, Herzrasen und Atemnot klingt deshalb meist innerhalb von fünf bis zwanzig Minuten wieder ab, auch wenn sie sich subjektiv länger anfühlen kann. Der Körper kehrt nach und nach in einen Ruhezustand zurück.

Panikattacken, Schwindel und Co können immer wiederkehren

Wer mehrfach eine Panikattacke inklusive Schwindel und anderen Symptomen erlebt hat, entwickelt häufig die Sorge, dass sie jederzeit erneut auftreten kann. Diese sogenannte „Angst vor der Angst“ kann dazu führen, dass bestimmte Situationen gemieden werden. Dadurch kann sich die innere Anspannung aber eher steigern, als nachlassen. Es wird schwerer, entspannte Erfahrungen zu machen. So können Panikattacken sich verfestigen und häufiger vorkommen.

Das Nervensystem kann jedoch lernen, die Stressreaktion wieder besser zu regulieren. Dazu gehören Atemtechniken, achtsame Körperwahrnehmung, Bewegung an der frischen Luft und therapeutische Begleitung. Viele Menschen profitieren von einer Unterstützung, die Körper und Psyche gleichermaßen berücksichtigt.

Unterstützung in der My Way® Privatklinik

Wenn Panikattacken mit Schwindel und anderen Symptome häufiger auftreten oder den Alltag stark beeinträchtigen, kann professionelle Hilfe angezeigt sein. In der My Way® Privatklinik begleiten wir Menschen, die unter Panikattacken leiden. Wir arbeiten mit fundierten Methoden innerhalb eines modernen Therapiemodells, die dabei unterstützen, das eigene Nervensystem wieder besser zu verstehen und zu regulieren. Ziel ist es, Sicherheit im eigenen Körper zurückzugewinnen und Symptome der Panikattacke wie Herzrasen, Atemnot und Schwindel nachhaltig zu reduzieren. Empfohlen werden insbesondere störungsspezifische Therapiemodule wie Achtsamkeitstraining, Emotionale Regulation, Exposition mit der wohldosierten Konfrontation, und Wertesystem zur Wiederherstelldung des „Inneren Kompasses“, zudem Entspannung und Physiotherapie.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Panikattacken für Sie zu einer Belastung geworden sind, können Sie sich jederzeit an uns wenden. Wir informieren unverbindlich über unsere Behandlungsmöglichkeiten und unterstützen Sie dabei, einen Weg zurück zu innerer Ruhe zu finden.