von Melissa Celmeur

Angststörung und Panikstörung – Parallelen und Unterschiede

Close-Up auf eine Frau mit panischem Gesichtsausdruck, im halbtransparenten Hintergrund kauert ein junger Mann angstvoll auf einem Bahnsteig

Angst gehört zum Leben. Sie schützt uns, warnt uns und lässt uns wachsam sein. Doch wenn diese Angst übermächtig wird, den Alltag einschränkt oder scheinbar aus dem Nichts heraus auftritt, kann sie krank machen. Unter anderem die krankmachende Angst zählt zu den häufigsten psychischen Diagnosen und tritt in unterschiedlichen Ausprägungen auf. Zwei davon, die oft miteinander verwechselt oder vermischt werden, sind die Panikstörung und die Angststörung. Beide haben Gemeinsamkeiten, unterscheiden sich aber in Symptomen, Verlauf und Behandlung.

Was ist eine Panikstörung?

Die Panikstörung ist eine spezielle Form der Angststörung, bei der es zu wiederkehrenden, plötzlich auftretenden Panikattacken kommt. Solche Panikattacken können heftig sein, treten meist ohne konkreten Auslöser auf und lösen bei den Betroffenen oft das Gefühl aus, völlig die Kontrolle zu verlieren – körperlich und seelisch.

Typische Symptome einer Panikattacke sind:

  • Herzrasen oder Herzklopfen
  • Schwindel, Benommenheit
  • Atemnot, Engegefühl in der Brust
  • Hitzewallungen oder Kälteschauer
  • das Gefühl, verrückt zu werden oder sterben zu müssen

Diese Symptome sind real und erschreckend, auch wenn medizinisch meist keine körperliche Ursache feststellbar ist. Das Besondere an der Panikstörung ist deshalb die plötzliche, massive Intensität der Angst – oft innerhalb weniger Minuten. Viele Betroffene entwickeln im Verlauf eine sogenannte Erwartungsangst, also die Angst vor der nächsten Panikattacke. Das kann zu Vermeidungsverhalten führen, etwa beim Einkaufen, Reisen oder in Menschenmengen.

Was ist eine Angststörung?

Der Begriff Angststörung beschreibt eine Gruppe psychischer Erkrankungen, bei denen intensive Ängste auftreten – ohne objektive Gefahr. Die Betroffenen leiden unter übermäßiger Anspannung, Sorgen oder Furcht, die sich nicht kontrollieren lassen. Häufige Formen sind:

  • Generalisierte Angststörung: Ständige, schwer kontrollierbare Sorgen über verschiedenste Lebensbereiche
  • Soziale Phobie: Angst vor Bewertung oder Blamage in sozialen Situationen
  • Spezifische Phobien: Angst vor bestimmten Objekten oder Situationen (zum Beispiel Höhe, Tiere, Spritzen und so weiter)

Typisch ist ein chronischer Verlauf – die Angst ist oft dauerhaft präsent und belastet den Alltag über viele Monate oder Jahre hinweg.

Angst- und Panikstörungen: Was ist gleich, was unterscheidet sie?

In beiden Fällen, also bei der Angst- und der Panikstörung steht die übermäßige Angst im Mittelpunkt. Beide Erkrankungen können sich auf das Denken, Fühlen, Verhalten und die Körperempfindungen auswirken. Die gute Nachricht ist, dass sie behandelbar sind. Der Unterschied liegt in ihrer Ausprägung:

  • Bei der Angststörung ist die Angst meist andauernd, unterschwellig und diffus.
  • Bei der Panikstörung tritt die Angst in Form einzelner, intensiver Attacken auf – scheinbar grundlos und abrupt.
  • Menschen mit einer Angststörung fühlen sich dauerhaft angespannt und sorgen sich.
  • Menschen mit einer Panikstörung erleben wiederkehrende Angstattacken, zwischen denen sie sich meist relativ stabil fühlen.

Wenn beide Formen gleichzeitig auftreten, was durchaus möglich ist, spricht man von einer Angst- und Panikstörung, die eine individuelle, differenzierte Therapie erfordert.

Behandlung und Unterstützung bei Panikstörungen

Die Panikstörung kann stark einschränken, sowohl beruflich und sozial, als auch emotional. Sie betrifft nicht nur den Körper, sondern auch das Selbstvertrauen. Viele Betroffene fühlen sich ausgeliefert oder missverstanden. Dabei ist Hilfe möglich. In der My Way® Klinik behandeln wir die Panikstörung – mit einhergehenden Panikattacken – und Angststörungen mit einem ganzheitlichen, therapeutischen Ansatz und speziellen störungsspezifischen Therapiemodulen.

Dazu gehören:

  • intensive psychotherapeutische Einzelgespräche
  • Verhaltenstherapie zur Auflösung angstauslösender Muster
  • achtsamkeitsbasierte Techniken zur Selbstregulation
  • emotionales Training zur Verbesserung der Fähigkeiten rationaler Entscheidungen
  • Unterstützung im Umgang mit körperlichen Symptomen
  • die Klärung tiefer liegender Ursachen in einem geschützten Rahmen
  • Exposition als dosierte Konfrontation mit auslösenden Situationen zur Verminderung der Angststärke

Unsere Erfahrung zeigt es immer wieder, mit professioneller Hilfe kann die Kontrolle über das eigene Leben zurückgewonnen werden. Die Angst verliert ihre Macht – und neue Handlungsspielräume entstehen.

Wenn Sie oder jemand aus Ihrem Umfeld betroffen ist

Angst- und Panikstörungen sind keine Seltenheit, und sie sind zumeist recht gut behandelbar. Entscheidend ist, die Beschwerden ernst zu nehmen und sich nicht zu verstecken.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Ängste überhandnehmen oder Sie unter wiederkehrenden Panikattacken leiden, stehen wir Ihnen in der My Way® Klinik zur Seite. Auch wenn Sie sich Sorgen um einen nahestehenden Menschen machen, wenden Sie sich gerne an uns.