F68: Andere Persönlichkeitsstörungen und Verhaltensstörungen bei Erwachsenen

Die Diagnose F68 umfasst im ICD-10 verschiedene Verhaltens- und Persönlichkeitsstörungen, die sich keiner anderen spezifischen Kategorie eindeutig zuordnen lassen. Im Mittelpunkt stehen Verhaltensweisen oder psychische Muster, die über einen längeren Zeitraum bestehen und den Alltag, zwischenmenschliche Beziehungen oder die körperliche Gesundheit erheblich beeinträchtigen können. Die F68-Diagnose wird vergleichsweise selten vergeben und setzt eine sorgfältige fachliche Abklärung voraus.

Nicht jedes auffällige Verhalten stellt eine psychische Erkrankung dar. Erst wenn die Veränderungen dauerhaft bestehen, deutlichen Leidensdruck verursachen oder zu erheblichen Einschränkungen führen, kann eine Diagnose nach F68 in Betracht gezogen werden.

Wie äußert sich eine F68-Diagnose ?

Die Beschwerden können sehr unterschiedlich ausfallen, da die Diagnose mehrere verschiedene Störungsbilder umfasst. Gemeinsam ist ihnen, dass psychische Faktoren das Verhalten nachhaltig beeinflussen und dadurch erhebliche Probleme im Alltag entstehen können.

Mögliche Anzeichen sind:

  • anhaltende auffällige Verhaltensweisen ohne passende Zuordnung zu anderen Persönlichkeitsstörungen
  • ausgeprägte Beschäftigung mit körperlichen Beschwerden trotz fehlender ausreichender organischer Erklärung
  • wiederholtes Aufsuchen medizinischer Hilfe ohne zufriedenstellende Beruhigung
  • Schwierigkeiten im sozialen oder beruflichen Umfeld durch das eigene Verhalten
  • erheblicher persönlicher Leidensdruck oder Konflikte mit dem Umfeld

 

Da ähnliche Beschwerden auch bei anderen psychischen Erkrankungen auftreten können, ist eine umfassende psychiatrische oder psychotherapeutische Diagnostik wichtig.

Wie entstehen Persönlichkeitsstörungen sowie Verhaltensstörungen nach F68?

Die genauen Ursachen sind weder für die Persönlichkeitsstörungen noch für die Verhaltensstörungen vollständig geklärt. Fachleute gehen von einem Zusammenwirken biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren aus. Belastende Lebenserfahrungen, ungünstige Bewältigungsstrategien oder bestimmte Persönlichkeitsmerkmale können ebenso eine Rolle spielen wie individuelle Lernerfahrungen.

Welche Faktoren im Einzelfall entscheidend sind, lässt sich häufig erst im Rahmen einer ausführlichen Diagnostik beurteilen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ausprägung der Störung. Häufig stehen psychotherapeutische Verfahren im Mittelpunkt. Ziel ist es, belastende Denk- und Verhaltensmuster besser zu verstehen, den Umgang mit Beschwerden zu verbessern und die Lebensqualität nachhaltig zu erhöhen.

Bestehen zusätzliche psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen, werden diese ebenfalls in die Behandlung einbezogen. In einzelnen Fällen kann ergänzend eine medikamentöse Therapie sinnvoll sein.

Eine frühzeitige Diagnostik schafft Klarheit

Viele Betroffene erleben über längere Zeit Beschwerden, ohne deren Ursache einordnen zu können. Eine frühzeitige psychiatrische oder psychotherapeutische Abklärung kann helfen, die Hintergründe der Persönlichkeitsstörung besser zu verstehen und eine individuell passende Behandlung einzuleiten.

In der My Way® Privatklinik erfolgt die Diagnostik und Therapie von Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen in einem geschützten und wertschätzenden Rahmen. Gemeinsam werden individuelle Therapieziele entwickelt, um psychische Belastungen zu reduzieren und den Alltag wieder besser bewältigen zu können.

Im ICD-10 wird F68 wie folgt unterteilt:

  • F68.0  Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen, wenn keine absichtliche Täuschung zur Erlangung äußerer Vorteile vorliegt.
  • F68.1  Absichtliches Erzeugen oder Vortäuschen von körperlichen oder psychischen Symptomen oder Behinderungen (artifizielle Störung), ohne dass ein äußerer (zum Beispiel materieller) Vorteil im Vordergrund steht.
  • F68.8  Sonstige näher bezeichnete Persönlichkeits- und Verhaltensstörung, die verwendet wird, wenn eine näher bezeichnete Persönlichkeits- oder Verhaltensstörung vorliegt, die sich keiner anderen Untergruppe der F68-Diagnosen eindeutig zuordnen lässt.